Die Geschichte der Heiligen

Nach örtlicher Überlieferung war St. Eufemia eine junge Christin, die 304 n. Chr. während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian in Chalkedon (dem heutigen Istanbul) den Märtyrertod erlitt. Ihr Leib wurde in einen Marmorsarkophag gelegt, der während der Bilderstürme des 8. Jahrhunderts verloren ging — und, so will es die Legende, trieb über die Adria und strandete am Morgen des 13. Juli 800 in Rovinj.

Die Stadtbewohner trugen den Sarkophag den Hügel hinauf zu der Kirche, die damals am höchsten Punkt stand. Seitdem ist sie die Schutzpatronin von Rovinj. Ihr Festtag, der 16. September, ist das größte Fest der Stadt — und der Marmorsarkophag steht noch immer in der Kirche, hinter dem Hauptaltar, auf der rechten Seite.

Das Gebäude, das Sie heute sehen

Die frühere mittelalterliche Kirche wuchs über die Jahrhunderte; das heutige barocke Gebäude stammt aus den Jahren 1725–1736 und wurde vom venezianischen Architekten Giovanni Dozzi entworfen. Im Inneren ist das Kirchenschiff weit und hell, mit dem Altar der Heiligen rechts und einer Reihe von Seitenkapellen entlang beider Wände. Die Akustik ist ungewöhnlich großzügig — die Sonntagsmesse lohnt sich allein, um das Gebäude zum Klingen zu hören.

Der Glockenturm

Der Campanile ist das Wahrzeichen der Stadt. Er wurde zwischen 1654 und 1680 erbaut, vor der heutigen Kirche, und ragt 60 Meter hoch auf. Oben steht eine kupferne, grünpatinierte Statue der St. Eufemia, die sich im Wind dreht — Einheimische nutzen sie als Wetterfahne. Man kann den Turm gegen eine kleine Gebühr besteigen (wenige Euro, am Eingang zu zahlen). Die Holztreppe ist steil, die Podeste schmal; lassen Sie auf jeder Ebene kurz Ihre Augen sich anpassen.

Die Aussicht von oben ist diejenige, von der die meisten Fotos stammen: Die Terrakottadächer, die zum Meer abfallen, das rot-cremefarbene Muster der Altstadt, der Hafen im Süden und bei klarem Wetter die Inseln Sveti Andrija und Sveta Katarina draußen in der Bucht.